Inflationsrechner (Kaufkraft im Zeitverlauf)
Betrag, Zeithorizont und erwartete Inflationsrate eingeben. Der Rechner gibt beide Richtungen zurück: wie viel du in der Zukunft benötigst, um die heutige Kaufkraft zu erhalten, und den Gegenwartswert eines künftigen Betrags.
- Zukünftige Kosten des heutigen Betrags
- 163.862
- Was du in N Jahren benötigst, um den heutigen Warenkorb zu kaufen.
- Heutiger Wert des zukünftigen Betrags
- 61.027
- Was dieser Betrag in N Jahren in heutigem Geld wert ist.
- Verlorene Kaufkraft
- 38.973
- % verloren
- 39%
Wie es funktioniert
Warum Inflation für die langfristige Planung wichtig ist
Inflation mindert die Kaufkraft von Geld im Laufe der Zeit. Bei 2 % Inflation kauft 1.000 € heute in 25 Jahren nur noch, was heute 610 € kaufen – fast die Hälfte. Bei 5 % Inflation ist die Erosion dramatisch: Dieselben 1.000 € haben nach 25 Jahren noch eine Kaufkraft von nur etwa 295 €. Selbst 'niedrige' Inflation summiert sich über Jahrzehnte unsichtbar.
Deshalb ist das langfristige Halten von Bargeld in realer Betrachtung ein garantierter Verlust, solange die Zinssätze die Inflation nicht übersteigen. Ein Tagesgeldkonto mit 0,5 % Zinsen verliert 1,5 % pro Jahr bei 2 % Inflation. Investments müssen die Inflation übertreffen, um real zu wachsen.
Realistische Inflationsraten nach Epoche und Land
Langfristiger EU-Durchschnitt: historisch 1–3 %, aber 2022 gab es 6–10 % Inflation in der Eurozone. Deutschland lag bei rund 2 % im Schnitt bis 2020, dann 2021–2023 deutlich darüber. Die meisten Zentralbanken peilen 2 % als 'Preisstabilität' an.
Japan: bekannt für niedrige Inflation (~0 % im Schnitt 1990–2020), zuletzt 2–3 %. UK: ähnlich wie Eurozone. Schwellenländer (Türkei, Argentinien): oft zweistellig, manchmal Hyperinflation.
Für die langfristige Planung (10+ Jahre) als Basis 2–3 % in stabilen Volkswirtschaften annehmen. Mit 4–5 % testen, um zu sehen, wie ein Hochinflationsszenario die eigene Lage beeinflusst.
Zwei Formeln, zwei Richtungen
Zukunftswert: FV = PV × (1 + i)^n. Um 50.000 €/Jahr Lebenskosten bei 2 % Inflation über 30 Jahre aufrechtzuerhalten, werden dann etwa 90.568 €/Jahr benötigt. Das ist die Budgetplanungs-Perspektive: wie viel Einkommen oder Guthaben zu einem zukünftigen Zeitpunkt nötig ist.
Gegenwartswert: PV = FV / (1 + i)^n. 1 Mio. € in 25 Jahren bei 2,5 % Inflation sind heute rund 539.000 € wert. Das ist die Vergleichsperspektive: beim Vergleich zukünftiger Zahlungsströme (Lotteriegewinne, Rentenabfindungen, Altersvorsorgekonten) auf Gegenwartswert abdiskontieren, um Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen.
Zinseszins lässt Geld exponentiell wachsen; Inflation schrumpft es exponentiell. Damit Investments wirklich wachsen, muss die Realrendite (Nominalrendite minus Inflation) größer als 0 sein.
Häufige Fragen
›Welche Inflationsrate soll ich verwenden?
Für EU/Japan/Planung: 2–3 % nominal. Für Stress-Tests: 4–5 %. Für aktuell volatile Phasen ist der letzte VPI-Bericht der Zentralbank am relevantesten.
›Was ist der VPI?
Der Verbraucherpreisindex – ein Warenkorb aus Gütern und Dienstleistungen, den Regierungen zur Messung der Inflation verfolgen. 'Inflationsrate' ist üblicherweise die Jahresveränderung des VPI.
›Berücksichtigt der Rechner die persönliche Inflationsrate?
Nein – er verwendet einen einzigen Satz. Die persönliche Inflation variiert je nach Ausgabengewohnheiten: Miete und Lebensmittel inflationieren anders als Elektronik. Für granulare Planung nach dem eigenen Budget gewichten.
›Kann Inflation negativ sein (Deflation)?
Ja – eine negative Rate eingeben. Japan erlebte das in den 2000er Jahren. Deflation erhöht die Kaufkraft im Zeitverlauf, ist aber für die Wirtschaft generell schlecht (Menschen verschieben Ausgaben).
›Was ist der Unterschied zu Zinseszins?
Zinseszins lässt Geld wachsen; Inflation schrumpft seine Kaufkraft. Beide verwenden dieselbe Exponentialrechnung, aber in entgegengesetzte Richtungen. Für Realrenditen die Inflation von der Nominalrendite subtrahieren.
›Kann ich das für die Altersvorsorgeplanung verwenden?
Ja – in Kombination mit dem Altersvorsorgerechner lassen sich sowohl nominale als auch reale (heutige Euro) Projektionen der Ersparnisse sehen.
›Wo finde ich historische Inflationsdaten?
Deutschland/EU: Eurostat oder Destatis (Statistisches Bundesamt). Weltweit: Weltbank. USA: BLS.gov. Japan: Statistics Bureau.
›Verlassen die Daten meinen Browser?
Nein. Berechnung läuft lokal; nichts wird an einen Server gesendet.
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